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Mittwoch, 22. Juni 2016

Die Toleranz ist schuld

Fragmente zum Populismus, über Flüchtlinge und AfD


Fragmente zum Populismus,
über Flüchtlinge und AfD

Wieder einmal erkennt man das Desinteresse an Politik, am Interesse, was Politik scheint. Man inszeniert, wir instrumentalisieren, Journalisten stilisieren, weil es so leicht ist. Bis zum Ende des Jahres 2015 trumpften die Medien mit Schlagzeilen rund um die »Willkommenskultur« in Deutschland auf. Heute eher mit Aufmachern: »Flüchtlingszahlen gehen deutlich zurück« (z. B. Tagesspiegel, 3. April 2016) und gar »Nur noch 5500 Flüchtlinge im März« (z. B. Tagespiegel, 9. April 2016). Da wird Meinung gemacht, will man den Leser (Käufer) gewinnen. Dort wird nach Reißern gerungen und voneinander abgeglaubt. Alles, ohne sich nach den Hintergründen wenigstens zu erkundigen…
 

Dienstag, 28. April 2015

Ukraine - Demokratie: ein Exportschlager

Europa, Amerika und Russland: Ein nie abreißendes Schachspiel auf den Tischen der wirtschaftspolitischen Diplomatie. Ein Machtkampf ungeklärter Ursachen, zu absurden Anlässen und ebenso verschleierten Zielen.
 
Der Bürgerkrieg in der Ukraine bringt eine weitere große Prüfung des modernen Weltsystems in und für Europa. Eine Sonderstellung aller Konflikte nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein verdrängter Krieg in den Köpfen der außenstehend lebenden, weg- und zuschauenden Bevölkerung, unterbrochen von Meldungen und »investigativen« Berichterstattungen durch europäisch-amerikanische Medien über gelegentliche lokale Schlachten in der Ostukraine. Ein nie abreißendes Schachspiel auf den Tischen der wirtschaftspolitischen Diplomatie. Ein Machtkampf ungeklärter Ursachen, zu absurden Anlässen und ebenso verschleierten Zielen ...

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Dienstag, 2. Juli 2013

Buchbesprechung „Stalingrad-Protokolle“


Die Stalingrad-Protokolle
(Berliner Morgenpost)

Der Historiker Jochen Hellbeck setzt in seinem neuen Buch „Die Stalingrad-Protokolle“ dem bestens dokumentierten Schicksal der sechsten deutschen Armee vor Stalingrad eine authentische russische Perspektive entgegen. 1942 hatte eine Moskauer Historikerkommission mitten in der Schlacht von Stalingrad Rotarmisten befragt. Die Protokolle wurden eingelagert und erst vor einige Jahren wiederentdeckt. Durch die Zeitzeugenaussagen, die abgerundet werden von Tagebuchaufzeichnungen eines deutschen Soldaten, bekommt man eine andere Sichtweise auf die sowjetischen Soldaten. Sie waren beileibe nicht so brutal wie die Deutschen. Auch die Motivation der Rotarmisten war eine andere: Sie haben für das russische Volk, nicht für einen Diktator gekämpft. Mit einer Einführung und ausführlichem Anhang spannend und informativ.

Jochen Hellbeck: Die Stalingrad-Protokolle, Fischer Verlag,608 Seiten, 26 Euro.

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Dienstag, 23. Oktober 2012

Buch: Usbekistan - Reportagen aus dem Land der Märchen

Usbekistan - Reportagen aus dem Land der Märchen


Usbekistan - Reportagen aus dem Land der Märchen (Seidenstraße)
August 2012 - ISBN: 978-3-8482-1826-4 - 120 Seiten - 57 s/w Fotografien
Aus einer Periode des radikalen Umbruchs, einer Unsicherheit, haben die Menschen eine Sicherheit gefunden, haben sich wieder eingerichtet, haben es sich gemütlich gemacht. Sie kämpfen mit einem Erbe, welches ihr Leben bestimmte, ebenso mit ungeklärten Grenzen und den Verzerrungen ihrer ureigensten Traditionen. Da ist es, ein Leben voller alter und neuer Schwierigkeiten und Hoffnungen.

Usbekistan an der Seidenstraße, hier leben Menschen. Sie haben ihre Vergangenheit, ihre Träume und ihre Liebe. Sie haben etwas zu sagen, zu berichten, zu erzählen... wovon wir etwas lernen dürfen. Unternehmen wir eine Fahrt mit dem Kasachstan-Express, begeben wir uns in die Machalla der Seiden- und Teppichweber in Buchara, mischen uns unter dieselbe in Taschkent und begleiten Grenzer unter Opiumhändlern durch die Wüste Karakum.
 

Mittwoch, 2. Februar 2011

Mongolei - Der rote Held schwitzt

Ulaanbaatar - Mongolei – ein Gespräch zwischen Süchbaatarplatz und Kinderpark


Tschingis Khan Straße im Jahr 2000

 Wie sich die nomadische Mongolei zu einem konsumorientierten Land verändert hat, in dem westliche Lebensart mehr zählen als die alten Tugenden. Und warum daran auch der Kult um Dschingis Khan nichts ändert...

 Hübsch im Tal liegt sie, die Stadt, die Hauptstadt der Mongolei, Ulaanbaatar, der „Rote Held“ wie die deutsche Übersetzung lautet. Gemächlichkeit und Freude strahlt sie aus, wie die Einwohner ihre Gastfreundlichkeit zeigen. Angenehm schwingt das Gemüt, wenn man durch die Straßen flaniert, zwischen Bäumen, welche die Frische am Boden halten. Von jedem Punkt der Stadt erblickt man die Berge, ein Hindernis, was es zu überwinden gilt, will man eintreten in den Stolz, das Paradies der Mongolen. Die Stadt ist mongolisch geprägt, mit russischen und chinesischen Einflüssen verziert, dessen Zentrum der Süchbaatarplatz ist. Ein müßiger Gang, die Menschen begrüßen einander...  weiter lesen 

Tschingis Khan Strasse im Jahr 2007


 Informationen:

Mittwoch, 6. Januar 2010

Lettland - Im Land der Spekulanten?

Das Baltikum vom Boom in die Pleite - Die Rentner betteln wieder



Lettland hat hoch gepokert und ist tief gefallen. Das Land steht, wie das Baltikum insgesamt, kurz vor der Pleite. Reichlich unvorbereitet haben die Menschen den Boom genossen. Jetzt kommt der Kater. Stark gekürzte Durchschnittsrenten treiben die Ruheständler zum Betteln auf die Märkte. Die Verluste der Spekulanten werden sozialisiert. Junge Fachkräfte zieht es ins Ausland. So haben sich die Menschen den Kapitalismus nicht vorgestellt.

Reportage lesen

Mittwoch, 22. Juli 2009

Onkel Ho - Vietnam

Der gefangene Geist des Ho Chi Minh in Hanoi



Im gläsernen Sarg, eingetaucht in rotes Licht, wird der Leichnam des größten Freiheitshelden Vietnams in einem klotzigen Mausoleum aufbewahrt. Es ist ein gespenstischer Kult, der um ihn getrieben wird. Und ein Verrat an seinem letzten Willen. Denn Ho Chi Minh wollte weder ein Staatsbegräbnis noch ein Staatsmausoleum.

Reportage lesen





weitere Reportagen zu Vietnam

Freitag, 2. Januar 2009

Alle gegen Einen – alle gegen Russland



Gedanken eines Reisenden, der die russische Erde kennt, den russischen Menschen, die russische Seele. Und dem es nicht in den Kopf und nicht in sein Herz will, dass die antirussischen Ressentiments auch 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs noch immer konserviert werden.

Zur Russlanddebatte: Kommentar (Eurasisches Magazin)

Weiterführend: Putin – ein Fehler? von Kai Ehlers





Montag, 6. Oktober 2008

Russland - Glaube an der Wolga

Dia-Vortrag: Eine Reise mit dem Schiff von Moskau nach St. Petersburg
   




Datum:
Dienstag, 7. Oktober
2008
Uhrzeit:
19.00 Uhr
Ort:
VHS Radebeul e. V.
Adresse:01445 Radebeul,
Bernhard-Voß-Strasse 27

 

Warum mögen die Moskauer die Petersburger nicht und die Petersburger die Moskauer ebenso wenig? In Moskau redet man von Politik, in Petersburg schert sich niemand darum. In Moskau sitzt das große Geld, dieWirtschaftskraft des Landes, in Petersburg die Reichtümer der vergangenen Zaren. Doch wem gebührt der Titel „Hauptstadt“ Russlands zu sein? Was verbindet die beiden Städte und deren Menschen miteinander? Woran glauben sie?

Die Reise führt uns in das Herz Russlands, durch den „Goldenen Ring“, die erste Hauptstadt der RUS Wladimir, den Kreml von Suzdal und die kleine Kirche am Nerl. Wir besuchen Jaroslawl, Uglitsch und die Klosteranlage Kirillow, hoch im Norden die Museumsinsel Kishi (Karelien), Mandrogi und Zarskoje Selo mit seinem berühmten Bernsteinzimmer. Eine Gradwanderung zwischen „Einiges Russland“ und orthodoxem Russland, eine Schiffsreise zwischen Moskwa, Wolga und Newa...

Vortrag - Vorschau: Glaube an der Wolga

Weitere Termine: VHS Radebeul, VHS Dresden

Reisereportagen: Russland, Transsibirische Eisenbahn (Transsib) etc.


Donnerstag, 19. Juni 2008

Vom Zynismus des Hungers (Vietnam)

Gedanken zwischen Reis und Sprit (Vietnam)
   

Nicht Missernten sind es, die weltweit die Nahrungsmittelpreise in schwindelerregende Höhen treiben. Es sind die Leute vor den Börsencomputern, die Glücksritter, die den Ärmsten das Brot so sehr verteuern, dass sie Hunger leiden müssen. Sie hungern, damit der Börsenspekulant reich wird. Satt ist der immer.



   
Wenn ich sonntags diese weiße, klebrige Masse aus dem Kochtopf  schöpfe, mir der Wasserdampf in die Nase steigt, dann denke ich an Hung. Dann sehe ich ihn, dazu eine Horde älterer Landarbeiter in den Feldern Vietnams stehen. Ihr hartes Leben hat sich tief in die Falten ihrer Gesichter gebissen. Manchmal waten sie den gesamten Tag knietief im Wasser. Sie hacken, sie graben, sie pflanzen, meist in gebückter Haltung. Sie treiben ihren Wasserbüffel voran, das Arbeitstier, welchem sie nur dann die Rute geben, wenn es träge wird. 


   
Sie lieben ihn, den oft einzigen Besitz. Das merkt man, wenn man hört, wie sie ihm zureden, wenn sie mit der Hand über seinen Rücken streifen. Dazu bedarf es keiner Sprachkenntnisse. Es genügt dem Tonfall der Reisbauern zu lauschen...

Eurasisches Magazin: Reportage lesen
Reportagen Vietnam:
Reportagen lesen


Freitag, 15. Februar 2008

Immer schön nah am Geschehen sein...


Es ist beschlossene Sache, weitere deutsche Soldaten ziehen nach Afghanistan. Damit stellen wir drittgrößte Truppe nach Amerika (15038 Soldaten) und Großbritannien (7753 Soldaten). Von „Kampfhandlungen“ ist die Rede, doch da gibt es nichts zu beschönigen, es herrscht Krieg. Oder wie nennt man das sonnst, wenn Menschen andere Menschen töten? Glauben wir denn im Ernst die Bevölkerung Afghanistans hätte noch immer nicht genug vom ewigen herumballern, von der ewigen Angst durch eine Kugel ihr Leben zu verwirken, irgendwo als unbekannter Mensch lieblos an irgendeiner Straße verscharrt zu werden.

Das wissen wir doch alles, mögen unsere Regierenden meinen. Doch sie sind auch der Wirtschaft verpflichtet und diese will Profit sehen. Und außerdem, sie müssen selbst gar nicht hin. Sollte es sich dennoch nicht vermeiden lassen, so wird einfach eine Kompanie abgestellt, welche diese eine „wichtige“ Person, die großzügig entschieden hat, andere müssen in den Krieg, zu schützen, sich todeslustig ins Schussfeld zu werfen.

Doch darüber sollen wir uns, das gemeine Volk nicht kümmern, schon gar keine Gedanken machen. Vielleicht darüber, wie viel Steuergelder dafür verschwendet werden. Obgleich ich zugebe, dass es sich bei einem Krieg weniger um eine Verschwendung von Geld handelt, vielmehr um eine Verschwendung und Verachtung vieler unschuldiger Menschenleben.

Beschäftigen wir uns derweil damit, dass wir
Deutschen zu dick sind. Ja, auch dort passen wir uns dem Amerikaner an. Und außerdem das Dickwerden ist nicht so weit weg wie der Krieg. Also, immer schön nah am Geschehen sein...

Freitag, 30. November 2007

Sind wir nun für Krieg oder Frieden?

Für Frieden sind wir, so meinen unsere hochbegabten Regierenden. Laden wir den Dalai Lama ein. Wie zeigen ihn, öffentlich und medienwirksam. So tun wir das. Für Krieg sind wir, so zeigen unsere hochbegabten Regierenden nicht. Laden wir Panzer, Tornados und allerlei Kriegsgerät ein. Nicht in unser Land, nein. Nach Zentralasien, nach Afrika. Die brauchen unsere Demokratie, denn unsere ist die beste. Sehen das die Bewohner Afghanistans etc. genauso?

Und dann wundern sich unsere Hochbegabten. China mag uns nicht mehr und auch nicht unsere Atomreaktoren. Diese werden jetzt in Frankreich eingekauft. Und so wundern sich unsere hochbegabten Regierenden über Frankreich. Das sind doch unsere Freunde.

Keine Frage, wir wollen alle nur Geld verdienen. Und je mehr wir besitzen, desto mehr wollen wir noch dazu. Koste es, was es wolle. Da gehen wir über Leichen. Nicht offensichtlich, wir wollen uns doch nicht die Hände verdrecken.

Sind wir nun für Krieg, weil wir zulassen, dass Soldaten, Menschen in Afghanistan sterben? Oder sind wir für Frieden, weil wir den Dalai Lama empfangen haben?

Montag, 15. Oktober 2007

Schwamm drüber, ist vergessen - Al Gore und Günter Grass

Wir sind nicht nachtragend – schon gar nicht, wenn es um Kriegseinsätze geht

Können Sie sich noch daran erinnern, als der junge Günter Grass mit der Waffen SS paktierte? Ich nicht. Ich war nicht dabei. Doch in so vielen Zeitungen las sich das ganz anders. Da wurde leidenschaftlich angeprangert. Da wurde enthüllt und verurteilt. Da blieb kaum eine Schmach unberührt. Wie kann man nur? Wie konnte er nur?

Können Sie sich noch daran erinnern, als der neunundfünfzigjährige Al Gore mit den Kriegsplänen seines Landes Amerika paktierte? Sie nicht. Sie waren nicht dabei. Sie können sich nicht erinnern. Doch in so vielen Zeitungen las sich das ganz anders. Da wurde leidenschaftlich verteidigt. Da wurde überzeugt und begründet. Da wurde belobigt, sich in fremdem Eigen gesonnt. Wie ist man nur? Wie sind wir bloß?

Das erste geschah vor mehr als 60 Jahren. Aus dem jungen Mann wurde der angesehene Schriftsteller Günter Grass, der seit mehr als 50 Jahren, man kann sagen ein ganzes Leben, eine klare, demokratische Meinung vertritt.

Das zweite geschah vor nicht einmal fünf Jahren Aus dem einstigen Vizepräsidenten der USA, der bedingungslos die Kriegspäne George W. Bush vertrat, wurde ein Umweltschützer, der plötzlich eine andere Meinung vertritt.

Was sagt uns das in einer alten Weisheit: heule mit den Wölfen und du bekommst eine Auszeichnung.

P.S. Frau Künast (Die Grünen) gratulierte Al Gore zu seinem Friedensnobelpreis. Und zeitgleich stimmte ihre Fraktion für einen weiteren Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Wie viel CO2 stößt ein Panzer in die Umwelt?

Schwamm drüber, ist vergessen. Wir sind doch nicht nachtragend, schon gar nicht, wenn es um Krieg geht.

weitere Post: "Vereintes und friedliches Europa" - Afghanistan Einsatz der Bundeswehr

Dienstag, 8. Mai 2007

Der Tag an dem der Frieden begann

Die Friedensfahrt fällt aus. Wen juckt das schon. Da sieht man doch nichts mehr im Fernsehen.

Bereits am 20. Dezember 2006 verkündete der Pressesprecher Thomas Barth, dass die Friedensfahrt 2007 nicht ausgetragen wird. Der größte Sponsor Skoda kündigte seine Zusammenarbeit. Und sonst ist auch kein Geld da, zumindest nichts für eine Fahrt für den Frieden. Bezahlen wir doch lieber ein paar Profispieler in den namhaften Vereinen mehr, wenn sie auch nur auf der Ersatzbank sitzen. Sie können wenigstens ihre T-Shirts mit den Werbebotschaften in die Kameras halten. Oder verhökern wir einfach ein paar U-Boote nach Pakistan. Da machen wir uns richtig beliebt im Kampf um den Frieden. Vor allem dann wird man vielen Prominenten Glauben schenken, wenn sie sich beweihräuchern, was sie alles für den Frieden, die Freiheit und Demokratie tun. Nur das zählt. Zur Zeit ist es sowieso modern, mit einem afrikanischen Kind vor der Kamera zu posieren. Wir tun was, sollen diese Gesten suggerieren. Vergessen wird immer die, nicht unbedeutende, Masse von Helfenden, die sich selbstlos in Krisengebieten für hilfsbedürftige Menschen einsetzt. Menschen, welche auch dann noch weitermachen, wenn sich keine Kamera für dieses Gebiet interessiert.

Doch zurück zur Friedensfahrt. Wie begeistert war ich noch vor Jahren, als sich die Fahrer durch einheitliche Ländertrikots und nicht durch Konzernlogos unterschieden. Damals konnte ich noch jeden Radler beim vollen Namen nennen. Dessen Lebensläufe waren beinah selbstverständlich und an Doping glaubte ich nicht. Profis waren nicht zugelassen, und die Rennfahrer zeigten sich im Sinne der Völkerverständigung. Nun fällt die Friedensfahrt aus. Nicht zum ersten Mal. Schon einmal, 2005 fand sie nicht statt.

Jedes Jahr am 8. Mai startete der Pulk in Warschau, Berlin oder Prag und radelte über den „course de la paix“. Es gab Ausnahmen, da wurde die eine oder andere Etappe in der damaligen Sowjetunion in Moskau und Kiew ausgetragen. Der Tag war nicht unabsichtlich gewählt, der Tag der Befreiung vom Faschismus, der Tag an dem der 2. Weltkrieg zu Ende war, der Tag an dem der Frieden begann.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Zwischen Sicherheit und Menschenwürde

Wir haben Angst. Wir leben in Angst. Das eiskalte Horrorszenario läuft in unseren Köpfen umher. Ins Ausland dürfen wir uns gar nicht mehr wagen. Sollen wir doch nur im Heimatland urlauben, der Konjunktur wegen. Im Ausland hingegen herrscht keine Demokratie. Zumindest nicht eine solche, wie bei uns umherschreckt. Und außer den USA versteht sowieso niemand etwas von Demokratie. Na ja, die Deutschen ein wenig. Und um nun auch hier in unserem Lande eine Demokratie Aufrechtzuhalten, brauchen wir Sicherheit.

Da können wir richtig glücklich sein, dass es nun die neuen Pässe gibt. Und wem haben wir den zu verdanken? Ach, darüber sind sich die Regierenden noch uneinig. Da streitet sich die Justiz mit dem Innenministerium. Da ist die CDU dafür und die SPD dagegen, obgleich die SPD noch vor ein paar Jahren dafür war. Aber Halt, mögen einige schreien, damals gab es eine andere Regierungskonstellation. Stimmt! Damals mischten die Grünen noch kräftig mit, doch sie haben jetzt mit sich selbst genug zu tun. Versuchen sie doch ihr Kerngeschäft, die Umwelt neu zu vermarkten. Wir sprechen hier nicht von Überzeugung, sondern von Vermarktung. Sollen doch die anderen Panik verbreiten.

Und während wir mit uns beschäftigt sind, konnte von Panik in den USA keine Rede sein. Ganz heimlich haben die Amerikaner bestimmt, ab sofort dem Einreisewilligen nicht nur zwei Fingerabdrücke abzunehmen, sondern gleich alle. Nach 75 Jahren werden die Daten gelöscht, so beruhigt man den Ankömmling. Nur der Sicherheit wegen, heißt es. Sollte man zudem noch einen Computer bei sich führen, darf dieser von dem Behörden konfisziert und dessen Inhalt auf andere Speichermedien übertragen werden. Auf zum gläsernen Menschen. George Orwell lässt grüßen.

So etwas brauchen wir auch in unserem Land, nur der Sicherheit wegen, sagt man. Wir werden ständig bedroht. Vom wem nur? Ich fühle mich nicht bedroht. Im Gegenteil, ich möchte noch so manchen Landstrich auf unserem Planeten besuchen. Und dorthin möchte ich nicht als Feind einreisen. Schließlich bin ich bisher, auch wenn unsere Regierenden gegenteiliges behaupten, selbst in gefährlichen Gegenden immer sehr freundlich und zuvorkommend behandelt wurden. Und das sogar von Menschen. Man mag es kaum glauben.

Der Faktor Mensch ist nicht kalkulierbar. Da braucht man ein Bauchgefühl, Menschenkenntnis und vor allem Vertrauen in den Menschen. Jedoch, wer kein Vertrauen in sich selbst hat und dem Gegenüber lediglich schlechte Ansichten unterstellt, nur weil er muslimisch aussieht oder irgendwie anders, der wird keinen Zugang zu anderen Menschen finden, auch in Deutschland nicht. Da nützt auch ein Biometrie-Reisepass nichts!

Nun habe ich kein Vertrauen. Ich weiß nicht, was auf dem Chip gespeichert ist und vor allem, wer etwas damit, mit meinen persönlichen Daten anfangen wird. Wir haben unsere persönliche Freiheit zu verteidigen. Und nicht die menschenfeindliche Haltung eines verbitterten Rollstuhlkickers und anderen Wichtigtuern.

Donnerstag, 19. April 2007

„Die Trägheit im Denken und Handeln“ oder „Familienglück“

Alle reden über Kinder, so glauben wir. Dabei erfinden wir alte Dinge neu. Nur nennen dürfen wir sie nicht so, wie diese einst hießen. Dies wäre pervers. (DDR Angebot annehmen) Und wir müssten feststellen, sehen wir dies ein, dass wir nicht geleistet hätten. Wir müssten ehrlich mit uns selbst und zu anderen sein. Das kann doch nicht angehen. (Von Finnland lernen, heißt von der DDR lernen.)

Ursula von der Leyen (CDU) wird von einer zur nächsten Talkshow gereicht. Dort wird geprahlt und diskutiert, sich angegiftet und beweihräuchert. Und die Moderatoren brechen ab, wenn ein Gast etwas sinnvolles sagt. Es wird verschmitzt in die Kamera gelächelt. Ja, eines hat Frau von der Leyen erreicht, ihr Gesicht, ihr Auftreten, ihre Erscheinung wird mit Kindern verbunden. Doch was ist passiert, seit sie begonnen hat, ihre Familie in Zeitungen zu promoten?

In den Schulen, Kindergärten und -grippen ist nichts angekommen. Die Mühlen mahlen langsam. Wir zerdiskutieren munter weiter, ohne Sinn und Verstand, ohne Herz. Es herrscht eine Trägheit im Denken und Handeln, die verruchte Anbetung der Kontinuität. Sie ist nichts anderes als eine kümmerliche Defensive gegen jeglichen fortschrittlichen Gedanken in unserer Gesellschaft. Machen wir weiter so, wird es zu einer Explosion kommen.

Wie schwierig dies ist, sehen wir in aller Wirklichkeit in Westeuropa. Man kann somit feststellen, dass je reicher die Geschichte eines Landes und damit die Geschichte der Menschen selbst ist, je mehr Erziehung, Traditionen, Fertigkeiten sie besitzen, je mehr Gruppierungen, es in ihr gibt, desto schwieriger ist es auch, sie zu einer echten Einheit zusammenzuschließen.

Fördern wir einfach weiter Eigenheimbauer ohne Kinder, Kleinfamilien bestehend aus Mann und Frau ohne Kinder mit einem schicken Rentenbonus und behandeln weiter Privatversicherte bevorzugt, denn Kinder verdienen in unserem Land noch kein Geld. Ganz wichtig dabei ist, wir müssen immer nur der Wirtschaft dienen.

Solange wir nicht begreifen, dass wir mit der Wirtschaft dem Menschen dienen müssen, wird sich nichts ändern. Solange wir nicht verstehen, was uns wirklich glücklich macht und nicht nur beruhigt. Solange genügt es, wenn wir uns einfach nur eine neue Frisur zulegen.

Mittwoch, 21. März 2007

Vereintes und friedliches Europa?

Europa war aus vielen Völkern entstanden. Es herrschten Glaubenskriege und Machtkämpfe. Noch im vergangenen 20. Jahrhundert hatten wir Großflächige davon. Auf in ein vereintes und friedfertiges Europa hieß es zum Ende hin. Die Kriege haben wir auf kleinere Gebiete zurückgedrängt. Öffentlich mögen wir keine Kriege, doch liefern wir immer noch Waffen dafür. Und immer wieder sind es diejenigen Menschen, die nach Frieden lauthals und medienwirksam schreien, die ihn gleichzeitig unterstützen.

Da geht es um den Einsatz von militärischen Einheiten in Afghanistan. Von 573 Abgeordneten stimmten 405 dafür und 11 haben keine Meinung dazu. Allein die CDU lieferte über 30 % der Stimmen, hat lediglich 2 Gegenstimmen. Da fragt man sich doch, was ein Kriegseinsatz und daran gibt es nichts zu beschönigen, mit dem Wort „christlich“ im Namen dieser Partei gemein hat. Da sind sie wieder, die Glaubenskriege. Kriege in Europa NEIN, meinen die Meinungsmacher der CDU. Nicht nur diejenigen, selbst in der anderen großen Partei der SPD hängen noch 50 % an den Lippen des Krieges, mit welchem sich so viel Geld verdienen lässt.

Kriege in Europa NEIN, schreien auch die Kleinen wie FDP und Die Grünen, aber bitte schön nur außerhalb, weit weg von Europa, da sehen, fühlen und riechen wir nicht den Gestank der Toten und leidenden Kinder, Frauen und Männer. Und selbst müssen die Kriegstreiber nun auch nicht hin. Haben sie schiss, sie würden sich vor Angst in die Hosen machen, wenn ein andersdenkender mit einem Gewehr vor ihnen steht. Ja, es ist tragisch vor dem eigenen Tod festzustellen, dass man nicht gelebt, keinen Menschen geliebt hat, nicht glücklich war.

Doch wer trägt die Schuld: diejenigen Menschen, die im Krieg Profite einfahren und immer wieder noch Produktionsankurbellung für allerlei Kriegsgerät kreischen. Mag sein, dass sie unsere Außenhandelsbilanzen positiveren, doch menschlich ist das nicht.

Aufhören wird ein Krieg nur, wenn die Produzenten nicht mehr liefern und kein Mensch mehr bereit ist,
Soldat zu spielen. (Offizier verweigert Afghanistan-Einsatz)

Da nützt es wenig,
wenn der afghanische Präsident gerade in Deutschland weilt, sich redlich um ehrliche Antworten auf meinungsbildende und provozierende Fragen von Journalisten bemüht. Ich weiß schon, Krieg, Mord und Todschlag, das bringt Einschaltquoten.

Montag, 12. März 2007

Kein Geld in der Tasche – Leisten wir uns einen „Tornado“-Einsatz

Für die Bildung ist kein Geld da, auch für die Rente nicht. Unsere Gesellschaft verträgt keine Kinder, die machen uns unflexibel im Arbeitsleben und keine Rentner, die fressen unsere Ersparnisse auf und sind nur am Meckern. Außerdem gibt es zu viele davon. Und Urlaub brauchen wir auch nicht mehr, zumindest sollen wir nicht mehr in die Ferne fliegen, der Umwelt wegen. Die Flugzeuge schaden der Umwelt bekanntlich am meisten. Wenn ich die Zeit hätte, würde ich gern überall mit dem Zug hinfahren, bequem und nicht zu schnell, da müsste ich mich nicht in enge Sitze quälen, die für Menschen mit einer maximalen Körpergröße von 1,60 m ausgelegt sind.

Hauptsache allerlei sinnloses Kriegsgerät hat in unserem neuen „Tornado“ Platz, geräumig ist er und fügt der Umwelt nur einen „kleinen“ Schaden zu. Unsere Militärausgaben beschränken sich auf schlappe 450 Millionen Euro. Da haben wir doch Geld, was wir uns mühevoll von den Steuern abknapsen, in der Hoffnung unsere Kinder bekämen endlich einen Kindergartenplatz, damit wir ein wenig flexibler wären. Und vielleicht hegen wir ja auch die Hoffnung irgendwann unsere Eltern nicht mehr in so ein Heim für „Alte“ abschieben zu müssen.

Und erst die Hartz IV Empfänger, die sollen nicht über ihre Verhältnisse leben, sagt nicht nur die Politik. Kein Geld in den Taschen – Leisten wir uns einen „Tornado.“

Das tauchen mir so Fragen auf, wie...
Was ist so wichtig, dass man mit dem Flugzeug zwischen Berlin und München, Berlin und Hannover oder Hamburg und Frankfurt (Main) pendeln muss?
Warum müssen wir anderen Völkern unsere „Demokratie“ aufschwatzen? (Kabul, Afghanistan)
Warum erklären wir unseren Nachbarn immer wieder, wie sie gelebt worden?
Weshalb ist ein Flug von Dresden nach Stuttgart billiger als ein Zugticket dorthin?

Usw...

Hätten wir nicht genug, wenn wir keine Kriegskasse hätten?

Montag, 26. Februar 2007

Uns geht es nichts an – die Umweltdebatte

Die Klimakatastrophen nehmen zu. Unsere Erde erwärmt sich. Lapidar könnte man meinen, es gibt doch Schneekanonen. Na und, was kümmert es uns, wenn das Packeis schmilzt, der Lebensraum für unzählige Tiere sich immer weiter verknappt. Das ist doch alles so weit weg, das geht uns nichts an. Na ja, wenn unsere Kinder im Winter nicht mehr rodeln können, ist dies weniger schlimm, als wenn unsere Lieblingspiste in den Alpen keinen Schnee mehr führt. Schließlich haben wir dafür bezahlt. Positiv könnte man bemerken, dass wir irgendwann keine Winterreifen mehr aufziehen müssen.

Nun erklären uns die Damen und Herren da oben unsere Autos wären daran schuld und die Kühe auf den Weiden. Neue
Hybridfahrzeuge sollen wir kaufen und gleichzeitig zum Vegetarier mutieren. Eine alte Lobby meldet sich zu Wort. Sie wollen verdienen an der neuen Mode: Bioprodukt.

Regeln gelten selbstverständlich nur für kleine Leute. Die Meinungsbestimmer da oben futtern weiterhin Rindfleich, pusten
CO2 in die Umwelt und qualmen die Umwelt voll. Getreu nach dem Motto: Ihr anderen seit so weit weg, uns geht das nichts an.

Mittwoch, 31. Januar 2007

Da ist es mir gekommen...

Manchmal blättere ich ein wenig in der Programmvorschau des Fernsehens. Diese Dinger liegen heute beinah in jeder Zeitung oder Zeitschrift bei. Die Neugierde frißt mich. Was kommt denn da? Ist etwas interessantes für mich dabei? Und vielleicht sollte ich mir doch so eine Kiste anschaffen. Nur für den Samstag oder Sonntag, wenn ich einmal dösen möchte.

Nun ja, mehr als drei Sender sind erst einmal nicht drin, der Kabelanmeldung wegen, da unser Mietshaus keine Satellitenanlage besitzt. Die öffentlich-rechtlichen Sender bleiben. Also blättere ich, Woche um Woche.

Wochenende um Wochenende. Volksmusiksendung steht da. Aha, denke ich, Sport auf dem Zweiten, Volksmusik auf dem Dritten. Und überall die selbe Schau. Ein anderer Moderator zwar, dennoch ähneln sich die Gäste wie die Lieder, welche sie singen. Volksmusik, wenn es denn echte wäre. Volkstümliche Musik in Heiler-Welt-Pose. Moderatoren und Sänger laden sich gegenseitig zu ihren Sendungen ein. Wo bleibt denn da die Vielfalt? Brauchen wir nicht, wir feiern unser fünfzehnjähriges Sendejubiläum. Da feiern wir gleich mal eine Woche durch. Da bleibt mir als kleiner Lichtblick, dass das
„Riverboot“ endlich Herrn Jörg Kachelmann (ein Moderator mit intelligenten Fragen) hat.

Wehe dem, der da nicht weiß, was er mit seiner Freizeit anfangen soll. Beweihräucherungen der Auftretenden hin oder her. Ich blättere weiter. Es findet sich ein Krimi nach dem anderen. Da ist sie wieder die Musik des Volkes. 25 Sender zähle ich im Programm und was kommt: Sport, Volksmusik, Talkshows, Seifenopern und Krimis. Immer das selbe und das auf jedem Sender! Gute Sendungen gehen eben nicht. Da kann sich derjenige schon glücklich schätzen, der Dienstags
„frontal21“ sehen darf. Die kleinen Lichtblicke muss man schätzen lernen. Einen guten Spielfilm habe ich diese Woche nicht gefunden.

In solchen Momenten kommt es mir, dass ich keinen Fernseher habe und doch lieber ein neues Buch beginnen sollte.