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Mittwoch, 22. Juni 2016

Die Toleranz ist schuld

Fragmente zum Populismus, über Flüchtlinge und AfD


Fragmente zum Populismus,
über Flüchtlinge und AfD

Wieder einmal erkennt man das Desinteresse an Politik, am Interesse, was Politik scheint. Man inszeniert, wir instrumentalisieren, Journalisten stilisieren, weil es so leicht ist. Bis zum Ende des Jahres 2015 trumpften die Medien mit Schlagzeilen rund um die »Willkommenskultur« in Deutschland auf. Heute eher mit Aufmachern: »Flüchtlingszahlen gehen deutlich zurück« (z. B. Tagesspiegel, 3. April 2016) und gar »Nur noch 5500 Flüchtlinge im März« (z. B. Tagespiegel, 9. April 2016). Da wird Meinung gemacht, will man den Leser (Käufer) gewinnen. Dort wird nach Reißern gerungen und voneinander abgeglaubt. Alles, ohne sich nach den Hintergründen wenigstens zu erkundigen…
 

Montag, 14. März 2011

Buddhismus in Burjatien

Teil 8: Buddhismus in Russland - Buddhismus in Burjatien - Sibirien (tibetischer Lamaismus):

Lamakloster - Iwolginsk
Der Lamaismus ist eine Form des Buddhismus, deren Philosophie sich um den Kult von Dämonen- und Zauberglauben dreht. Hierbei handelt es ich um die in Tibet und der Mongolei vorherrschende Form des Buddhismus. Dieser wiederum beruht auf der Grundlage des Mahajana-Buddhismus...

Tibetische Medizin: Die tibetische Medizin fand ebenso der Religion im 17. Jahrhundert ihre Verbreitung in Burjatien. Sie wurde und wird heute wieder nach den Prinzipien der alten Wissenschaft an deren Klöstern unterrichtet. Die Mönche lernen durch ihre Lehre aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Grundstoffen Rezepturen herzustellen. Krankheiten werden durch die sogenannte Pulsdiagnostik festgestellt...


Themen:

Donnerstag, 6. Mai 2010

Wissenswertes: Buddhismus in Südostasien


Buddhismus in Südostasien

Südostasien teilte sich im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung in viele kleine Fürstentümer auf. Nach und nach schlossen sie lockere Bündnisse miteinander, woraus aus einigen wieder zentralregierte Reiche entstanden...

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Eine Einführung - Daten - Glossar von A bis Z - Entstehung des Buddhismus - Reisen nach Südostasien


Mittwoch, 1. Juli 2009

Wissenswertes: Buddhismus – Glossar von A -Z

Buddhismus von A - Z



Überall können wir sie lesen und hören, die Begriffe: Buddha, Nirvana, Karma oder Dalai Lama. Doch wissen wir genau, was sie bedeuten, was sie aussagen, was sie uns vermitteln oder in welchem Zusammenhang sie zueinander stehen. Der folgende Einblick soll uns einen kleinen Einblick in den Wortschatz des Buddhismus geben...

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Dienstag, 9. Juni 2009

Gehört Tibet zu China? Oder China zu Tibet?




Seit alters treffen sich Völker, lernen voneinander, leben gemeinsam und trennen sich wieder. So geschah und geschieht es nicht nur in Europa, sondern auf der gesamten Welt, so auch in Tibet...

Gehört Tibet zu China? Oder doch China zu Tibet? Diese Frage werden wir als Laien kaum beantworten, beeinflusst von Medien und deren Machern. Dennoch wir können einen Ansatzpunkt finden in der Geschichte...

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Mittwoch, 22. April 2009

Zurück in die Heimat - Zurück nach Russland

Eine wolgadeutsche Familie kehrt zurück zu Mütterchen Russland 



Nach einem Versuch in Deutschland Fuß zu fassen, leben Aljona und Mischa Riedel jetzt wieder auf einem Bauernhof an der Wolga und sind glücklicher als in Deutschland. Was haben sie hier, was sie in Deutschland nicht hatten? 



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weitere Reportragen zu Russland

Mittwoch, 10. September 2008

Mein Abenteuer mit Reiner Meutsch - Zu Fuss von Dresden nach Dublin

RPR1 Rheinland - Pfälzische Rundfunk GmbH & Co KG - Radiointerview: Mein Abenteuer mit Reiner Meutsch

RPR1 Rheinland - Pfälzische Rundfunk GmbH & Co KG -
Radiointerview: Mein Abenteuer mit Reiner Meutsch

Mein Abenteuer: 24. und 26. August 2008:

Mein Abenteuer als Podcast zum Download hier


"Dein Buch Zu Fuss von Dresden nach Dublin kann man nur wärmstens
empfehlen..."
Reiner Meutsch
(RPR 1)


Vorschau RPR1:

Zu Fuß von Dresden nach Dublin - Jan Balster marschierte 3100 Kilometer ohne Geld durch Europa. Angewiesen auf seine Füße und 20 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken schlug sich der Globetrotter von Coswig über die Schweiz, Frankreich, England bis nach Irland durch. In den Ferien einmal "Landstreicher" sein war Balsters Motivation, auf Bares zu verzichten. Unterwegs erlebte er Abenteuer, Entbehrungen und viele hilfsbereite Menschen.


Leseprobe Inhalt Reportage lesen zum Buch Buch bestellen

Donnerstag, 19. Juni 2008

Vom Zynismus des Hungers (Vietnam)

Gedanken zwischen Reis und Sprit (Vietnam)
   

Nicht Missernten sind es, die weltweit die Nahrungsmittelpreise in schwindelerregende Höhen treiben. Es sind die Leute vor den Börsencomputern, die Glücksritter, die den Ärmsten das Brot so sehr verteuern, dass sie Hunger leiden müssen. Sie hungern, damit der Börsenspekulant reich wird. Satt ist der immer.



   
Wenn ich sonntags diese weiße, klebrige Masse aus dem Kochtopf  schöpfe, mir der Wasserdampf in die Nase steigt, dann denke ich an Hung. Dann sehe ich ihn, dazu eine Horde älterer Landarbeiter in den Feldern Vietnams stehen. Ihr hartes Leben hat sich tief in die Falten ihrer Gesichter gebissen. Manchmal waten sie den gesamten Tag knietief im Wasser. Sie hacken, sie graben, sie pflanzen, meist in gebückter Haltung. Sie treiben ihren Wasserbüffel voran, das Arbeitstier, welchem sie nur dann die Rute geben, wenn es träge wird. 


   
Sie lieben ihn, den oft einzigen Besitz. Das merkt man, wenn man hört, wie sie ihm zureden, wenn sie mit der Hand über seinen Rücken streifen. Dazu bedarf es keiner Sprachkenntnisse. Es genügt dem Tonfall der Reisbauern zu lauschen...

Eurasisches Magazin: Reportage lesen
Reportagen Vietnam:
Reportagen lesen


Mittwoch, 16. April 2008

Vortrag: "Zu Fuss von Dresden nach Dublin" - 3100 Kilometer ohne Geld durch Europa

Vortrag und Lesung zum Buch:
     
Datum:     Dienstag, 22. April 2008
Uhrzeit:   19.00 Uhr
Ort:            VHS Radebeul e. V.
Adresse:   01445 Radebeul, Bernhard-Voß-Strasse 27
"...ein echter Weltenbummler..." (Dresdner Morgenpost)

"Als Globetrotter sucht er das Authentische im Land und in den Menschen..." (Sächsische Zeitung)

3.100 Kilometer legte Jan Balster zurück– auf Schusters Rappen. Vom Ufer der Elbe bis an den Atlantik, quer durch Westeuropa via Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Irland. Das besondere war nicht nur die Art des Reisens, sondern auch die Umstände: Balster hatte keinen Euro in der Tasche. 

Sein lebendiger, anschaulicher Bericht über eine ungewöhnliche Entdeckungstour ist mehr als nur Mitteilung über ein Abenteuer. Es ist auch eine Einladung, mal über den deutschen Tellerrand zu schauen. Der Sachse ermuntert und ermutigt, aus dem alltäglichen Trott auszubrechen. Dazu bedarf es keines gefüllten Kontos, sondern nur etwas Mut. Freunde
finden sich überall, die einem weiterhelfen. 

(Klappentext des Buches)

Reportagen zum Buch
 
 
      
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Freitag, 15. Februar 2008

Immer schön nah am Geschehen sein...


Es ist beschlossene Sache, weitere deutsche Soldaten ziehen nach Afghanistan. Damit stellen wir drittgrößte Truppe nach Amerika (15038 Soldaten) und Großbritannien (7753 Soldaten). Von „Kampfhandlungen“ ist die Rede, doch da gibt es nichts zu beschönigen, es herrscht Krieg. Oder wie nennt man das sonnst, wenn Menschen andere Menschen töten? Glauben wir denn im Ernst die Bevölkerung Afghanistans hätte noch immer nicht genug vom ewigen herumballern, von der ewigen Angst durch eine Kugel ihr Leben zu verwirken, irgendwo als unbekannter Mensch lieblos an irgendeiner Straße verscharrt zu werden.

Das wissen wir doch alles, mögen unsere Regierenden meinen. Doch sie sind auch der Wirtschaft verpflichtet und diese will Profit sehen. Und außerdem, sie müssen selbst gar nicht hin. Sollte es sich dennoch nicht vermeiden lassen, so wird einfach eine Kompanie abgestellt, welche diese eine „wichtige“ Person, die großzügig entschieden hat, andere müssen in den Krieg, zu schützen, sich todeslustig ins Schussfeld zu werfen.

Doch darüber sollen wir uns, das gemeine Volk nicht kümmern, schon gar keine Gedanken machen. Vielleicht darüber, wie viel Steuergelder dafür verschwendet werden. Obgleich ich zugebe, dass es sich bei einem Krieg weniger um eine Verschwendung von Geld handelt, vielmehr um eine Verschwendung und Verachtung vieler unschuldiger Menschenleben.

Beschäftigen wir uns derweil damit, dass wir
Deutschen zu dick sind. Ja, auch dort passen wir uns dem Amerikaner an. Und außerdem das Dickwerden ist nicht so weit weg wie der Krieg. Also, immer schön nah am Geschehen sein...

Mittwoch, 6. Februar 2008

"Wir sind nur Weiber"



Frauen auf den Märkten in Sankt Petersburg

Auf den Märkten in Sankt Petersburg stehen auffallend viele Frauen ihren Mann. Sie schlagen sich als Marktpendlerinnen zwischen Stadt und Provinz durch. Nachdem die Betriebe nach der Wende viele ihrer Arbeitskräfte einfach auf die Strasse gesetzt haben, zählen weder Hochschuldiplom noch Fachausbildung. Ehemalige Kindergärtnerinnen verkaufen an ihren Ständen Billigklamotten, Betriebsärztinnen heiße Piroggen auf den Bahnhöfen. Mitleid gibt es nicht.

Reportage lesen

Dienstag, 25. Dezember 2007

Der Duft des Weihnachtsmarktes

Ein Duft von altem verbranntem Fett aus der Frittiermaschine umschweift den Lagerplatz. Aus überdimensional großen Lautsprechern dröhnt volkstümliche Weihnachtsmusik in des Menschen Gehörganges. Sie selbst verstopfen die schmalen Gänge zwischen den Holzbaracken auf der Suche nach Spannung im Leben. Das ist der Weihnachtsmarkt, an dessen Lieblichkeit wir uns beseelen, berauchen. Hier bringen wir uns in Festtagsstimmung. Hier fühlen wir uns heimisch.

Und damit dies auch jeder empfinden darf, gibt es so einen Markt überall. Jeder Stadtteil, jede noch so abgelegene Dorfwiese, jeder Einkaufstempel und Bahnhof, der auf sich etwas hält, hat einen davon. Zu längst vergangenen Zeiten gab es sie lediglich auf den Hauptplätzen eine Stadt. Damals nutzen ihn die Menschen, um sich mit Vorräten für das bevorstehende Christfest einzudecken. Dessen Besuch war etwas Erlesenes, etwas Besonderes.

Heute muss ein Weihnachtsmarktunwilliger seinen Spaziergang planen, damit an keinem Markt vorbeikommt. Der Markt gilt als Event für den einen, der gesehen werden will, für den nächsten, weil er etwas erleben möchte und für den anderen, weil er zu Hause Heizkosten spart. Da findet jeder seine Lederwaren und Erzgebirgsschnitzereien aus China, jeder seine selbst gestrickten Socken und Handschuhe aus Tschechien oder der Ukraine. Da findet sich Spielzeug aus Polen und allerlei Essbares.

So manches Herz schlägt höher, wenn die Zuckerwatte in dichtem Gedränge an der Jacke des Vordermannes verschmiert, wenn die fettige Bratwurst auf Papptellern im Senf verschwindet, wenn die Mülleimer überquellen, ohne das es irgendjemanden stört. Noch höher schlägt die Freude, wenn der Besucher einen Glühweinstand ansteuert. Der Glühwein, ein Heiligtum, das Leitmotiv eines jeden Weihnachtsmarktes. Man kann ihn beruhigt zu jeder Tageszeit herunterschlucken, ohne gleich als Alkoholiker zu gelten. Mehr braucht der Mensch nicht. Da juckt es den ewigen Preismeckerer nie, dass er bis zu 4 Euro pro Becher zahlen muss. „Ein Hoch auf die deutsche Kultur!“ grölen sie schon zu Mittagszeit.

Nach 24 Tagen ist der Trubel vorbei, das Relikt der Wohlstandsgesellschaft löst sich auf in verbranntem Fett, welches im Erdboden verschwindet. Stille, möge man meinen, kehrt ein, Nein. Nur wenige Tag braucht man dazu, ein Großflächenparkplatz wird eingezäunt, die liebe Seele braucht ruh.

Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)



Freitag, 26. Oktober 2007

Wie löse ich das Schreiben einer Reportage?

  • Ich lege mehr Wert auf Genauigkeit als auf Geschwindigkeit.
  • recherchiere vor Ort und nutze andere Informationsquellen (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Internet etc.) lediglich als Anhaltspunkt oder zur Ideenfindung. Ebenso werden alle Daten und Fakten auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.
  • Bei der Informationssuche nehme ich mir Zeit. Dabei lautet die Frage: Was will ich ausdrücken?
  • Ich kontrolliere den Entstehungsprozess und prüfe immer die Sachlichkeit des zu bewältigenden Motivs.
  • Jedes Thema versuche ich logisch und psychologisch zu verstehen und zu bearbeiten.
  • Meine Betrachtungen sind flexibel in den Perspektiven und halten sich unterschiedliche Handlungsoptionen offen.
  • Ich nutze Wissen und Erfahrungen aus verschieden Bereichen.
  • Ich lasse nicht den Eindruck entstehen, objektiv zu berichten. Schreiben ist immer subjektiv. Um Objektiv zu sein, müsste ich jede erdenkliche Meinung, jedes einzelnen Menschen darstellen. Dies erscheint mir unmöglich. Vielmehr beleuchte ich in meinen Reportagen den Abriss weniger Charakter und Gegebenheiten, dafür diese genauer.


    Weitere Themen:
    Grundvoraussetzungen für eine soziale Reportage
    Der Mensch ändert sich nie



Freitag, 12. Oktober 2007

Grundvoraussetzungen für eine soziale Reportage

„Es scheint, der Mann nimmt sich nicht so ernst, wie er die Dinge nimmt.“ Bertolt Brecht (1920)

Das Wissen über das Unbewusste, die Urform unseres Ichs, dient als Grundlage der menschlichen Psychologie. Sie ermöglicht uns einen ersten Einblick im Umgang , nicht nur mit einem fremden Menschen. Auch bei der Recherche einer Reportage o. ä., wo Menschen eine wichtige Rolle übernehmen, sollten wir dieses emotionale Grundgerüst berücksichtigen.

Während wir unser rationales Wissen, d. h. Sprachentwicklung, Kommunikation, Diplomatie etc., zwar ein Leben lang erweitern können, hat es jedoch kaum Auswirkungen auf unser Verhalten. Wir sind bequem. Wir reagieren eher auf Dinge, die uns pausenlos „unter die Nase“ gehalten werden. Unser Gehirn ist sicher die beste Erfindung der Evolution, dennoch hat es einen entscheidenden Nachteil, unser Automatisierungsstreben. Wir wollen über Dinge, die wir tun, nicht nachdenken. Was unter anderem dazu führt, dass wir unsere schlechten Gewohnheiten nicht korrigieren, geschweige denn ablegen können. Dies führt wiederum dazu, dass manche Menschen null anpassungsfähig sind.

Wir suchen nicht nach Möglichkeiten uns der Umwelt anzupassen, vielmehr nach einer Umwelt, die zu uns passt, in der wir uns wohlfühlen. Wie wir dies tun, welche Umstände uns zu solchem Handeln treiben, darf ich regelmäßig auf meinen Reisen durch unsere Gesellschaft erleben. (z. Bsp. In meinem Buch „Zu Fuß von Dresden nach Dublin“, Reportagen)

Doch wie kommt man als Autor heran an die fremden Menschen, heran an ihre persönliche Meinung?

An erster Stelle müssen wir uns selbst reglementieren, dieses Unbewusste beiseitedrücken, nicht unterdrücken. Auch wenn es noch so verlockend ist, etwas zu veröffentlichen, sollte man sich nicht dem Zwang unterwerfen, gar dem Druck aussetzten, dies tun zu müssen. Das fällt schwer, mögen viele anmerken, vor allem dann, wenn man davon Leben muss. Dies ist allerdings ein anderes Thema.

Als Ausgangspunkt, wenn man und das nicht nur als Autor mit Menschen umgeht, ist Toleranz, Vertrauen und ein echtes Interesse gegenüber seinem Gesprächspartner. Hierzu gehört auch die Standhaftigkeit, privates nicht zu veröffentlichen, auch wenn es noch so große Vermarktungschancen bietet.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Ehrlichkeit gegenüber seinem Interviewpartner, welchem der Journalist davon in Kenntnis setzten sollte, sobald er eine Veröffentlichungsabsicht hegt. Er darf niemals davon ausgehen, der gegenüber merkt das schon nicht. Die Feinfühligkeit eines Menschen ist weder ergründbar noch zu durchschauen. Schließlich erwarten wir auch von unserem Partner, dass er ehrlich uns gegenüber ist. Um den Interviewpartner nicht gleich zu verschrecken, ist es ratsam, nicht sofort mit der Tür ins Haus zu fallen. Eine Erwähnung zwischendurch oder am Ende des Gespräches genügt. Zu diesem Zeitpunkt kann unser Gegenüber immer noch sein Veto einlegen.

Noch ein Wort zum Interviewpartner, sobald er weiß, es folgt eine Veröffentlichung:
- Er wird preisgeben, was gut für ihn ist, was er gern lesen möchte, damit er sich wohlfühlt.
- Menschen, die zur Selbstdarstellung neigen, werden sich produzieren.

Weiterführend siehe Brecht: "Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit" (1934/35) – Brecht Werke; Band 6; Schriften; Suhrkamp Verlag; Seite 171 – 186.

Weitere Themen:
Wie löse ich das Schreiben einer Reportage
Der Mensch ändert sich nie

Freitag, 5. Oktober 2007

Der Mensch ändert sich nie

„Lohnt sich das für mich?“ so fragt sich jeder Mensch täglich, mehrmals, ob bewusst oder unbewusst. Daran etwas zu ändern ist meist aussichtslos. Es ist kaum möglich die andere Persönlichkeit, geschweige denn, die eigene zu verändern. Da helfen die besten Vorsätze nichts. Verantwortlich dafür ist sicher unsere Inkonsequenz, die immer dann zu Tage tritt, wenn Verstand und Emotion gegeneinander ankämpfen. Gegen das Unterbewusste lässt sich schwer ankommen, es liegt in uns.

Das Unbewusste ist die Urform unseres Ichs, die Grundausrüstung mit welcher wir zur Welt kommen. Hierauf baut alles andere auf. Dieses Ich bestimmt zur Hälfte unsere Persönlichkeit. Der Weg des einzelnen Menschen ist somit vom ersten Atemzug an bestimmt, ob wir ängstlich, stabil oder draufgängerisch sind.

Wenn wir dies wissen, können und sollten wir dies auch unserem Gegenüber zugestehen. Diese Einsicht zählt zur zweiten Hälfte der Persönlichkeit, die wir uns, sofern wir sie nicht haben, antrainieren können. Von allein scheint dies ab dem Erwachsenenalter kaum noch möglich, da wir die Phase der sozialen Prägung bereits hinter uns haben. Dennoch können wir uns durch einen Zwang jene Einsichten und damit den zugehörigen Respekt auch später noch aneignen. Zumindest in einem gewissen Rahmen. Je zeitiger wir damit beginnen, desto höher sind unsere Erfolgschancen.

Mittwoch, 12. September 2007

Von Zeitsparern, die nicht nur Zeit fressen

„Bitte nicht mit dem Fahrer während der Fahrt sprechen.“ Diese Art Schilder, welche man noch vor einigen Jahren in jedem öffentlichen Verkehrsmittel lesen konnte, sind heute beinah wegrationalisiert. Zudem gilt dieser Satz als unhöflich. Sagt er doch aus, der Mensch hinter dem Steuer ist nicht multitaskingfähig.

Flexibilität, die immerwährende Erreichbarkeit über das Handy und die „zeitsparende“ E-Mail zählt heute zu unserem Leben, wie einst die Meinung, man kann nur eine Sache richtig machen. Und tatsächlich, wenn man sich genau überprüft, sofern man die Zeit in seinem Managementplan integrieren kann, ist dies auch heute noch so. Eine Sache wird gut, die andere lediglich nebenbei genügend. Dabei waren die neuen Dinge so vielversprechend. Zeit sollte gespart werden. Doch zwingt uns die E-Mail, das Handy zur schnellen Reaktion. Oder setzten wir uns dadurch selbst unter Druck, indem wir ständig auf den Miniaturcomputer starren? Tun wir dies mit der Absicht, wir könnten etwas verpassen, von irgendjemanden vergessen werden. Verbinden wir jede Nachricht damit, wichtig zu sein? Oder suche wir lediglich nach Anerkennung?

So verschwinden die Ruhepausen aus unserem Leben. Schnell erledigen wir noch dies, schnell tätigen wir noch jenes. Permanent lenken wir uns von den Dingen ab, die wir uns fest vorgenommen hatten zu tun. Und dann...

...in einer Minute der Besinnung fragen wir uns, was wir vollbracht haben. Wir suchen krampfhaft unter enormem Zeitdruck jene Leistungen zusammen, derer wir uns rühmen können. Da fallen uns viele Dinge ein, wenn wir rhetorisch begabt sind. Haben wir diese Dinge selbst erschaffen oder lediglich delegiert? Nichts beendet zu haben, fällt schwer zuzugeben. Zeigt es doch, wir würden nicht einmal eine Sache richtig machen.

Freitag, 20. Juli 2007

Arbeit und Tugend

Ein einfaches Leben, ohne Ballast, ist das Lebenswürdigste, der Nichtbesitz eine grandiose Tugend. Es schafft Bewegungsfreiheit, jederzeit gehen oder kommen zu können. Man packt ein paar Sachen zusammen und zieht los. Der eine steigt für ein paar Tage, der andere für Wochen, gar Jahre, vielleicht für immer aus.

Wenn ich ins Ausland reise, bedeutet das für mich, das Einzugsgebiet zu meiner Wohnung für mehrer Tage zu verlassen. Da ist jegliche Technik tabu, gibt es kein Telefon, kein Handy, keinen Computer und kein Internet mehr. Selbst, wenn ich wie in diesem Jahr in der Wüste Gobi unterwegs war, leiste ich mir kein GPS-Gerät. Das Irgendwie-wird-es-schon-gehen ist dann für mich zu einer festen Wendung geworden. Diese simplen Worte führen zu leichten Taten. Gutes folgt auf Gutem, schlechtes auf Schlechtem, grundsätzlich darauf bedacht, eine gute Stimmung ist gut für ein herrliches Leben.

Schon das Kommen und Gehen können ist die Freiheit. Sie schwingt das Leben leichter. Wenn man dies auch an seinem Wohnort unternehmen könnte?. Nein, da muss man sich beherrschen, da drängt der Besser-Lebenswille. Ob das hier oder da besser ist? Das hier sein bedeutet eher ein finanziell gesittetes Leben führen, das dort sein, ein freies, ein eigenverantwortliches. Das eine gibt die Notwendigkeit für das andere. Doch welches ist nun das eine und welches das andere? Welches braucht man notwendiger? Hat man eines nicht mehr, wird man unglücklicher. Nur Arbeit führt zu eigener Schwäche. Doch ohne sie fühlt man sich ungebraucht, lustlos und entwertet. Drängen wir einander, machen uns das Leben gegenseitig schwer, anstatt eine Arbeit nach Talent anzustreben.

Da darf ich doch von Glück sprechen, dass ich mich selbst motivieren kann, keinen fremden Antrieb zur Arbeit nötig habe und vor allem, dass meine bezahlte Arbeit gleichzeitig ein Hobby ist.

„Arbeit und Tugend schließen einander aus“
Aristoteles

Mittwoch, 2. Mai 2007

Zwischen Sicherheit und Menschenwürde

Wir haben Angst. Wir leben in Angst. Das eiskalte Horrorszenario läuft in unseren Köpfen umher. Ins Ausland dürfen wir uns gar nicht mehr wagen. Sollen wir doch nur im Heimatland urlauben, der Konjunktur wegen. Im Ausland hingegen herrscht keine Demokratie. Zumindest nicht eine solche, wie bei uns umherschreckt. Und außer den USA versteht sowieso niemand etwas von Demokratie. Na ja, die Deutschen ein wenig. Und um nun auch hier in unserem Lande eine Demokratie Aufrechtzuhalten, brauchen wir Sicherheit.

Da können wir richtig glücklich sein, dass es nun die neuen Pässe gibt. Und wem haben wir den zu verdanken? Ach, darüber sind sich die Regierenden noch uneinig. Da streitet sich die Justiz mit dem Innenministerium. Da ist die CDU dafür und die SPD dagegen, obgleich die SPD noch vor ein paar Jahren dafür war. Aber Halt, mögen einige schreien, damals gab es eine andere Regierungskonstellation. Stimmt! Damals mischten die Grünen noch kräftig mit, doch sie haben jetzt mit sich selbst genug zu tun. Versuchen sie doch ihr Kerngeschäft, die Umwelt neu zu vermarkten. Wir sprechen hier nicht von Überzeugung, sondern von Vermarktung. Sollen doch die anderen Panik verbreiten.

Und während wir mit uns beschäftigt sind, konnte von Panik in den USA keine Rede sein. Ganz heimlich haben die Amerikaner bestimmt, ab sofort dem Einreisewilligen nicht nur zwei Fingerabdrücke abzunehmen, sondern gleich alle. Nach 75 Jahren werden die Daten gelöscht, so beruhigt man den Ankömmling. Nur der Sicherheit wegen, heißt es. Sollte man zudem noch einen Computer bei sich führen, darf dieser von dem Behörden konfisziert und dessen Inhalt auf andere Speichermedien übertragen werden. Auf zum gläsernen Menschen. George Orwell lässt grüßen.

So etwas brauchen wir auch in unserem Land, nur der Sicherheit wegen, sagt man. Wir werden ständig bedroht. Vom wem nur? Ich fühle mich nicht bedroht. Im Gegenteil, ich möchte noch so manchen Landstrich auf unserem Planeten besuchen. Und dorthin möchte ich nicht als Feind einreisen. Schließlich bin ich bisher, auch wenn unsere Regierenden gegenteiliges behaupten, selbst in gefährlichen Gegenden immer sehr freundlich und zuvorkommend behandelt wurden. Und das sogar von Menschen. Man mag es kaum glauben.

Der Faktor Mensch ist nicht kalkulierbar. Da braucht man ein Bauchgefühl, Menschenkenntnis und vor allem Vertrauen in den Menschen. Jedoch, wer kein Vertrauen in sich selbst hat und dem Gegenüber lediglich schlechte Ansichten unterstellt, nur weil er muslimisch aussieht oder irgendwie anders, der wird keinen Zugang zu anderen Menschen finden, auch in Deutschland nicht. Da nützt auch ein Biometrie-Reisepass nichts!

Nun habe ich kein Vertrauen. Ich weiß nicht, was auf dem Chip gespeichert ist und vor allem, wer etwas damit, mit meinen persönlichen Daten anfangen wird. Wir haben unsere persönliche Freiheit zu verteidigen. Und nicht die menschenfeindliche Haltung eines verbitterten Rollstuhlkickers und anderen Wichtigtuern.

Montag, 9. April 2007

Neu gestrickt, das hat der Benedikt

Wund geschrieben sind die Finger,
Zeil um Zeile füllt die Dinger,
Seit um Seite neu gedichtet,
hat er den Jesus eingerichtet.

Weltbestseller titelt jetzt die Zeitung,
sitzt schon auf der großen Leitung,
erklärt den Leut’ die neue Welt,
Leben, Tugend, alter Held.

Zart blitzt seine weiße Robe,
schreibt den text nicht erst ins Grobe
über Jesus hoch hinaus
opfert er den Festtagsschmaus.

Denn ohne gute Gläubigkeit,
meint er in seiner Eitelkeit,
ist ein Mensch, der Gott nicht ehrt,
kein Leben, überhaupt nichts wert.

Sie benebelt unsre ganzen Sinne,
werden klein zur Wasserrinne,
spült hinab das Denken selbst,
bis du auf die Schnauze fällst.

Montag, 12. März 2007

Kein Geld in der Tasche – Leisten wir uns einen „Tornado“-Einsatz

Für die Bildung ist kein Geld da, auch für die Rente nicht. Unsere Gesellschaft verträgt keine Kinder, die machen uns unflexibel im Arbeitsleben und keine Rentner, die fressen unsere Ersparnisse auf und sind nur am Meckern. Außerdem gibt es zu viele davon. Und Urlaub brauchen wir auch nicht mehr, zumindest sollen wir nicht mehr in die Ferne fliegen, der Umwelt wegen. Die Flugzeuge schaden der Umwelt bekanntlich am meisten. Wenn ich die Zeit hätte, würde ich gern überall mit dem Zug hinfahren, bequem und nicht zu schnell, da müsste ich mich nicht in enge Sitze quälen, die für Menschen mit einer maximalen Körpergröße von 1,60 m ausgelegt sind.

Hauptsache allerlei sinnloses Kriegsgerät hat in unserem neuen „Tornado“ Platz, geräumig ist er und fügt der Umwelt nur einen „kleinen“ Schaden zu. Unsere Militärausgaben beschränken sich auf schlappe 450 Millionen Euro. Da haben wir doch Geld, was wir uns mühevoll von den Steuern abknapsen, in der Hoffnung unsere Kinder bekämen endlich einen Kindergartenplatz, damit wir ein wenig flexibler wären. Und vielleicht hegen wir ja auch die Hoffnung irgendwann unsere Eltern nicht mehr in so ein Heim für „Alte“ abschieben zu müssen.

Und erst die Hartz IV Empfänger, die sollen nicht über ihre Verhältnisse leben, sagt nicht nur die Politik. Kein Geld in den Taschen – Leisten wir uns einen „Tornado.“

Das tauchen mir so Fragen auf, wie...
Was ist so wichtig, dass man mit dem Flugzeug zwischen Berlin und München, Berlin und Hannover oder Hamburg und Frankfurt (Main) pendeln muss?
Warum müssen wir anderen Völkern unsere „Demokratie“ aufschwatzen? (Kabul, Afghanistan)
Warum erklären wir unseren Nachbarn immer wieder, wie sie gelebt worden?
Weshalb ist ein Flug von Dresden nach Stuttgart billiger als ein Zugticket dorthin?

Usw...

Hätten wir nicht genug, wenn wir keine Kriegskasse hätten?